Interview mit Andreas Auer (Commerzbank Frankfurt)

Andreas Auer

1.  Warum haben Sie sich für das Commerzbank-Bildungspaten-Programm beworben?

Einfach, weil ich gerne mit Menschen zusammen arbeite und Jugendlichen gerne helfe, sie auf den Berufsweg vorzubereiten und gemeinsam mit ihnen eine Lösung zu finden. Ich gebe außerdem gerne meine Erfahrung weiter. Bereits Mitte der 90er Jahre, in denen ich als IT-Spezialist Schulungen und Seminare veranstaltet habe, wurde ich als Mentor für Außendienstmitarbeiter, Azubis und Hochschulabsolventen tätig. Dieses Mentoring habe ich ebenso in meiner Laufbahn für die Commerzbank fortsetzen können und werde auch hier immer wieder gerne als Ausbildungsbetreuer für Trainees, Praktikanten, Azubis im Ausbildungsbereich tätig.

Schon in jungen Jahren war ich als Jungscharleiter im EJW tätig und habe dort fast 10 Jahre sehr gerne Kinder und Jugendliche begleitet. Durch meine vier Kinder bin ich immer wieder mal als Elternbeirat tätig. Für die Freunde meiner großen Kinder kümmere ich mich ebenso auch mal um die Bewerbungsschreiben oder führe Gespräche mit dem Ausbildungsbetrieb. Die positive Resonanz und der bis heute andauernde Kontakt zu Ehemaligen, welche ich auf ihren Weg begleitet habe, sind meine Freude und Antrieb gewesen.

2.   Mit welchen Erwartungen/Vorstellungen sind Sie in das Programm gestartet?

Ich hatte erstmal keine Erwartungen. Vorstellungen hatte ich jedoch schon, nämlich genau auf so einen jungen Menschen zu treffen, der meine Unterstützung als Pate benötigt. Ich habe mir gewünscht, gemeinsam mit ihm an einem Ziel zu arbeiten und ihm den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

3. Wurden diese Erwartungen erfüllt?

Die Erwartungen wurden vollstens erfüllt. Ich habe eine hervorragenden Einführung durch die Commerzbank erhalten und mit der Organisation "Zeit für Dich" vom STARTBLOCK-Rhein-Main e.V. einen tollen Partner an meiner Seite. Und nicht zu vergessen, einen aufgeschlossenen und dankbaren Jugendlichen betreuen dürfen.

4.  Wie war Ihre erste Begegnung mit Ihrem Mentee? Hat der Jugendliche Sie von Beginn an akzeptiert?

Ja, am Anfang war er noch etwas schüchtern, doch schon nach wenigen Minuten habe ich seine ganze Lebensgeschichte erfahren dürfen und wir waren schnell auf einer Wellenlänge. Ich konnte mich sehr gut auf ihn einlassen und hatte das Gefühl er war sehr froh, dass ich ihm zugehört habe.

5. Wie oft treffen Sie sich mit Ihrem Mentee? Was unternehmen Sie gewöhnlich bei den Treffen?

In der Regel treffen wir uns alle zwei Wochen, wobei wir das auch flexibel gestalten. D.h. wenn er mal nicht kann oder zu viel um die Ohren hat, treffen wir uns auch mal nicht, sondern telefonieren oder schreiben uns. Meistens haben wir definierte Aufgaben für die Schule, den Ausbildungsplatz oder Freizeitgestaltung schon vorab besprochen, diese haben wir dann auch immer wahrgenommen. Z.B. lernen für den Aufnahmetest, Bewerbungsschreiben od. einen stundenlangen Bummel über den Weihnachtsmarkt in Frankfurt, Kino gehen oder uns über seine und meine Hobbys austauschen.

6.  Wie genau konnten Sie Ihren Mentee bisher unterstützen?

Nach meinem Vorabgespräch mit dem Ausbildungsbetrieb (Personalleitung und Werksmeister) und deren Vorstellungen von einem Auszubildenden, haben wir uns überwiegend auf das Schulpraktikum im späteren Ausbildungsbetrieb, Bewerbungsunterlagen für den Ausbildungsplatz als Chemikant, Vorstellungsgespräche und Testaufgaben sowie Übungen für den Aufnahmetest konzentriert. Selbstbewusstes und sicheres Auftreten dem neuen Arbeitgeber gegenüber haben wir in einigen Simulationen geübt. Auch durch schöne Erlebnisse in der Freizeitgestaltung, bei gleichen Hobbys, konnte schon nach wenigen Wochen eine gute und vertrauensvolle Beziehung erreicht werden.

7.  Mit welchen Schwierigkeiten sahen Sie sich bisher während Ihrer Patenschaft konfrontiert?

An der Zuverlässigkeit bei vorab abgestimmten Vorgehen oder Rückmeldungen zu Terminvereinbarungen haben wir gut gearbeitet. An der termingerechten Lieferung von Unterlagen und der Aufbereitung dieser in gewünschter Form ebenso.

8. Schildern Sie ein typisches Treffen mit Ihrem Mentee.

Bis auf die ersten Treffen, welche in der Schule gewesen sind, haben wir uns meistens in Frankfurt in der Innenstadt getroffen, um uns dort an einem schönen ruhigen Platz den zuvor vereinbarten Themen zu widmen.

9. Was war bisher Ihr schönstes Erlebnis mit Ihrem Mentee?

Die Zusage zu seinem Ausbildungsplatz als Chemikant, sein bestandener Schulabschluss und der Bummel über den Frankfurter Weihnachtsmarkt. Beim ansehen seiner selbst erstellten Videos und Lets Plays auf dem eigenen Youtube Kanal, was ein großes Hobby meines Mentees ist, haben wir viel gelacht.

10. Welche Entwicklung konnten Sie bisher bei Ihrem Mentee beobachten?

Er wurde von Treffen zu Treffen selbstbewusster und strukturierter in seinem Vorgehen, Dinge anzupacken und selbst zu lösen. Ich denke auch gespürt zu haben, dass ihm neue Aufgabenstellungen immer leichter gefallen sind und die positiven Erlebnisse ihm Mut gemacht haben, selbstbewusster aufzutreten.

11. Wie würden Sie heute das Verhältnis zu Ihrem Mentee beschreiben?

Es ist nach wie vor sehr gut, vertrauensvoll und offen aber auch mit der nötigen Distanz zur Rolle des Bildungspaten.

12. Werden Sie auch nach Ende des Commerzbank-Bildungspaten-Programms als Pate aktiv/mit Ihrem Mentee in Kontakt bleiben?

Das auf jeden Fall, das habe ich ihm auch so angeboten. Wir werden uns sicherlich immer wieder mal treffen, aber nicht mehr so regelmäßig, sondern bei Bedarf und in längeren Zeitabständen.

13.  Würden Sie Ihren Kollegen eine Bildungspatenschaft als soziales Engagement empfehlen?

Ja, das würde ich tun, allerdings mit vielen Informationen und Hinweisen zu den Vorraussetzungen und der Bedeutung dieser wichtigen Aufgabe und Rolle.

Ihr Ansprechpartner

Hannes Glock Corporate Responsibility Commerzbank AG 60261 Frankfurt am Main Tel: +49 69 136 53112 E-Mail schreiben